Heimaturlaub für Mieze und Bello

zurück

 
Herrchen packt die Koffer, das Haustier packt die Furcht. Urlaub für Menschen bedeutet für Hunde und Katzen oft Streß. Wenn sie nicht mitfahren können, müssen sie sich häufig auf Menschen einstellen, die auf sie aufpassen. Oder sie leben kurzzeitig selbst woanders. Frühe Vorbereitung macht den Urlaub aber auch für das zurückgelassene Tier entspannend.

Bei Tieren, die es gewöhnt sind, länger allein zu sein, kann die Urlaubspflege ein Nachbar oder Freund übernehmen, der nach ihnen sieht. "Aber wenn Hund oder Katze Panik bekommen, weil sie sich allein gelassen fühlen, kann auch das friedlichste Tier die Wohnung zerlegen", warnt Elisabeth Krause vom Verband der Haustierpsychologen in Feldgeding.

Wichtig ist, daß der Tiersitter sich Zeit nimmt: "Er sollte nicht nur Futter hinstellen, sondern sich eine Weile in der Wohnung aufhalten", rät Krause. Katzen brauchen Streicheleinheiten, wollen aber nicht auf Kommando gekrault werden. Bei einem Hund muß Zeit für lange Spaziergänge sein.

Die Umstellung darf nicht plötzlich kommen: "Am besten kümmert sich jemand, den das Tier schon gut kennt", sagt Heidrun Betz vom Deutschen Tierschutzbund in Bonn. Der Tierschutzbund vermittelt mit der Aktion "Nimmst du mein Tier - nehm' ich dein Tier" Adressen. "Dabei muß es nicht zu einem Tausch kommen", sagt Betz. Vermittelt werden aber nur gängige Tiere wie Hunde, Katzen und Zwergkaninchen. Eine Liste möglicher Betreuer fürs Haustier erhält man beim Tierheim Berlin.

Wer keinen Tiersitter findet, kann sich auch einen Profi ins Haus holen: Haushüter ziehen für die Zeit des Urlaubs ein und betreuen Tier und Blumen. "Ein Zusatznutzen ist, daß die Einbruchsgefahr sinkt", sagt Günter Kratz vom Verband Deutscher Haushüter-Agenturen (VDHA) in Münster. "Bei einem Schnuppertermin wird geschaut, ob die Chemie zwischen Tier und Sitter stimmt", sagt Kratz.

Seriöse Anbieter finden sich über den Haushüter-Verband. "Auch bei Tierschutzvereinen kann man sich erkundigen. Ist eine Agentur negativ aufgefallen, wissen das die Experten vor Ort", sagt Betz. Gleiches gilt für Tierpensionen. "Schauen Sie sich mehrere Einrichtungen an", rät Krause. Obligatorisch ist laut Betz die Frage nach dem "Sachkundenachweis", den laut Tierschutzgesetz jeder haben muß, der professionell Tiere betreut.

Für die Unterbringung in einer Tierpension zahlt man für eine Katze bis zu 9 Euro pro Tag. Bei Hunden hält der Tierschutzbund Tagessätze von etwa 10 Euro gerechtfertigt. In einer Luxusherberge wie dem Pfötchenhotel muß man für einen mittelgroßen Hund ca. 35 Euro pro Tag rechnen. Am teuersten ist mit 42 bis 46 Euro pro Tag der Haussitter. Eine weitere Möglichkeit nennt Tierpsychologin Krause: "Viele Kinder wünschen sich ein Tier, können aber keines halten." Sie übernehmen sicher gern mal eine Urlaubsbetreuung.

Beim Tierheim Berlin ist eine Tiersitterliste erhältlich, abzurufen unter www.tierschutz-berlin.de oder unter Tel.: 76 888-210 bzw. -230. Eine Broschüre über empfehlenswerte Tierpensionen kann unter Tel.: 76 888 116 angefordert werden.

Quelle: Verband Deutscher Haushüter-Agenturen: www.vdha.de.