Ausgesetzt!
 


Jedes Jahr werden tausende von Hunden in Spanien ausgesetzt. In den letzten Jahren hat die Zahl der von Tierheimen aufgenommen Hunde jeweils um 10% zugenommen. Für 2013 werden somit um die 175.000 Neuzugänge erwartet.

Dabei ist die Verteilung über das Land durchaus unterschiedlich. Andalusien, Katalonien und Valencia halten hier den traurigen Rekord, die Balearen rangieren immerhin auf Platz 6.

Welches sind aber die Gründe für diese Zustände? Eine Umfrage bei 267 Tierheimen in ganz Spanien über die Gründe für die Abgabe von Hunden haben zu folgenden Ergebnissen geführt:

          1. Ungewollter Nachwuchs (fehlende Kastration / Sterilisation, mangelnde Aufsicht, etc.)

          2. Unerwünschtes Verhalten des Hundes

          3. Der Hund „nützt“ nichts mehr, ist zu alt oder die Jagdsaison ist beendet

          4. Finanzielle Gründe (Finanzkrise, hohe Tierarztkosten, etc.)

          5. Veränderungen innerhalb der Familie, wie Familienzuwachs oder Trennungen

          6. Der Hund wird erwachsen (Weihnachtsgeschenke)

          7. Gesundheitliche Gründe (Allergien, etc.)

          8. Umzug und Rückkehr ins Heimatland (betrifft Gastarbeiter aus Südamerika, Ferienhausbesitzer)

          9. Urlaub

          10. Krankheit, Tod oder Umzug einer alten Person in ein Altenheim

Die meisten Hunde werden aber nicht in einem Tierheim abgeliefert. Sie werden ausgesetzt, laufen gelassen oder einfach zurück gelassen. Einige werden dann von verantwortungsvollen Mitmenschen irgendwo aufgelesen, wenn sie Nahrung im Müll suchen oder halb verhungert in den Strassen herumlungern. Wiederum andere müssen gerettet werden wenn Sie halbverhungert auf verlassenen Grundstücken dahinvegetieren.

Seit Ende 2009 ist die Kennzeichnung per Mikrochip bei Hunden Pflicht (wobei im Hinterkopf behalten werden muss, dass in Spanien der Tierschutz Sache der Länder bzw. Provinzen ist). Seitdem ist es einfacher, die Besitzer ausgesetzter Hunde zu finden. Diese machen es sich zum Teil aber sehr einfach, indem sie es ablehnen sich weiter um den Hund zu kümmern. Andere sind noch grausamer: den Hunden wird der Mikrochip einfach herausgeschnitten!

Was kann nun getan werden, um die Lage zu verbessern? Mehr Verantwortungsbewusstsein muss gefördert werden. Den Tierbesitzern muss vor der Anschaffung eines Hundes klar gemacht werden, dass ein Hund Geld, Zeit und Aufwand kostet. Er trägt die Verantwortung für ungewollte Trächtigkeit einer Hündin und muss für die Sterilisation oder Kastration sorgen. Oft fehlt es dabei allerdings an Einsicht oder Geld. Außerdem sind die Behörden und eine weitere Verbesserung der Gesetze gefragt! Mehr Kontrolle über das Chippen von Hunden und ein Verbot des Verkaufs von Wirbeltieren in  Zoogeschäften wären Beiträge von dieser Seite.

Eine weitere Frage, deren Antwort allerdings nicht der Tierschutz geben kann ist, warum immer noch Hebammen und Gynäkologen empfehlen das Haustier bei Schwangerschaft abzugeben!

Es gibt Maßnahmen, die von den Tierheimen bereits durchgeführt werden. So finden in Andalusien beispielsweise alljährlich gratis Tollwutimpfungen statt. Immer wieder bieten sich in ganz Spanien Tierärzte an, Sterilisationen zu günstigen Preisen oder umsonst durchzuführen, z.B „Campaña de esterilisación Cataluña del 6. – 31.3.2013“. Ehrenamtliche Tierheimmitarbeiter gehen in die Schulen und lehren Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit den Haustieren.

Es sind kleine Schritte, aber auch die längste Reise fängt mit einem kleinen Schritt an!


 

 

 

copyright Text: spanischehunde.de Anja Balland, Modúbar de la Empardada (Burgos)

copyright Bilder: spanischehunde.de

Veröffentlichung auf spanischehunde.de: 04.03.2013

 

Auf der Suche nach Futter

Verwahrlost und verhungert

Zu alt und darum ausgetzt

Erwachsen und nicht mehr niedlich

Angebunden zurückgelassen

Beim Hunderennen verloren