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Seelchen
oder unverbesserlicherer Rabauke? Die Besitzer von "Südhunden", also Tieren, die
beispielsweise aus Italien, Griechenland, Türkei oder Spanien kommen, scheinen
sich in zwei Gruppen zu spalten: die mit den braven, liebebedürftigen und
hochsozialen Engeln und die mit den unabhängigen, extrem selbstbewussten
Nervensägen.
Letztendlich liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen - sie sind eben wie alle
Hunde Individuen mit ganz unterschiedlichen Charakteren.
Sicher ist aber eines: Sie kommen in eine Welt, die sie nie zuvor kennen gelernt
haben, und wir Menschen müssen Ihnen dabei helfen, diese Welt verstehen zu
lernen.
Wer einen Süd-Welpen bekommt, wird von der Erziehung her, kaum andere
Schwierigkeiten haben als bei jedem anderen Hund auch. Bei einem erwachsenen
Hund aus Süd- oder Osteuropa muss man berücksichtigen, dass dieser eine
"Vergangenheit" mitbringt. Ebenso wie ein Tier aus einem deutschen Tierheim. Die
meisten wachsen nicht behütet im Körbchen auf, habe nie eine Leine gesehen und
haben oft sogar schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht.
Man muss sich also informieren und mit Geduld wappnen, bevor der neue
Mitbewohner einzieht. Viele bekommen einen Hund der unkompliziert ist, der bald
alles mitmacht und sich schnell an seine neue Umgebung gewöhnt. Manche Hunde
sind jedoch komplizierter und in diesen Fällen muss das neue Herrchen
Nachhilfeunterricht geben.
Einige Tricks erleichtern Eingewöhnung und Erziehung des vierbeinigen
Einwanderers.
Zunächst einmal sollten sich eine lange Leine besorgen. So hat
der Vierbeiner zwar gewissen Freiraum, kann jedoch nicht weglaufen, wenn er
beispielsweise vor einem ungewohnten Geräusch erschrickt.
Das ist wichtig, denn in den ersten Wochen fühlt sich der Hund noch fremd und
findet u. U. nicht mehr in sein neues Zuhause zurück. Vielen Hunden gibt die
Leine zudem ein Gefühl der Sicherheit - sie sind verbunden mit einem Menschen,
der GUT zu ihnen ist.
Sollten Sie ein besonders jagdlustigen Hund haben, so müssen sie allerdings u.
U. davon ausgehen, dass es etwas länger dauert bis sie mit dem lauffreudigen
Neuzugang auch mal ohne Leine spazieren gehen können. Einem erwachsener
Hund den Jagdtrieb, den er bisher vielleicht ungebremst ausleben konnte (oder musste),
abzugewöhnen ist zwar möglich aber es bedeutet viel Arbeit und erfordert die meiste Geduld.
Aber: Je älter die Vierbeiner werden, umso uninteressanter werden häufig Kaninchen und
Co.
Südhund-Erfahrene wissen außerdem: Spaziergänge mit anderen Hunden können Wunder
wirken. Nutzen sie jede Möglichkeit mit Freunden oder Bekannten, die selbst gut
sozialisierte, gehorsame Hunde haben, gemeinsame Unternehmungen zu machen. Der
Neuling wird schnell einiges von seinen Artgenossen abgucken.
Lärm, Straßen, Menschenansammlungen, S-Bahnen und Busse werden für ihren
Stadtneuling gleich viel weniger bedrohlich wirken, wenn ihr Schützling merkt, dass sich die
anderen Hunden davon kaum beeindrucken lassen.
Die ersten Ausflüge sollten jedoch nicht gleich mit der S-Bahn in die
Fußgängerzone gehen. Spazieren Sie lieber erst einmal durch einen ruhigen Park
oder abgelegene Straßen, indem der Hund nicht völlig mit neuen Reizen überflutet
wird.
Setzen Sie sich nach dem ersten geglückten Spaziergängen gemeinsam mit ihren
Hund an eine mäßig befahrene Straße. Schauen Sie ganz ruhig nur den Autos,
Bussen und Straßenbahn hinterher, am besten mit einem schützenden Zaun, einer
Bushaltestelle oder einer Plakatwand im Rücken - der Hund fühlt sich mit
Rückendeckung sicherer.
Fahren sie anfangs zu verschiedenen Uhrzeiten Bahn und Bus, in denen nicht viele Leute
unterwegs sind. Loben Sie den Hund nach jeder gelungenen Aktionen
überschwänglich und geben Sie im Leckerlies. Am besten stark duftende,
die schmecken besonders gut.
Überschwänglich loben heißt aber nicht, um jede Aktion - und den Hund - ein
großes Tamtam zu machen. Je normaler Sie sich nämlich benehmen und je
selbstverständlicher Sie mit Situationen umgehen, desto besser. Ein Hund, der ständig
unter neuen Eindrücken leidet und dann getröstet wird, kann ihre Fürsorge leicht missverstehen und
wertet diese im schlimmsten Falls sogar als Bestärkung des Fehlverhaltens,
behält also seine Ängste. Reden
Sie dem Hunden nie gut zu (auch nicht loben, streicheln, oder Leckerchen geben)
wenn er Angst, Aggression oder Nervosität zeigt. Sie erreichen damit das
Gegenteil von dem, was sie wollen. Ignorieren Sie also am besten was nicht
klappt, und freuen sich riesig über das, was funktioniert.
Und für alles gilt: Schritt für Schritt. Führen Sie den Hund langsam an alle für
ihn neuen Situation heran. Viele Menschen, ungewohnte Untergründe (Gitter,
Fliesen, Brücken, Treppen) und Geräusche.
Den Grundgehorsam (Sitz, Platz usw.) wird ein spanischer Hund genauso schnell
lernen die jede andere Hund auch. Viel Lob und stetiges aber nicht zu langes
Üben. Und erwarten sie nie zu viel.
Die Ratschläge dieser Seite gelten für deutsche Rassehunde eigentlich genauso
wie für spanische Mischlinge. Manche Dinge haben Sie im Hund schnell
beigebracht, andere Dinge dauern länger. Geduld, Ausdauer und Konsequenz sind
bei jedem Hund, egal aus welchem Land er kommt, die Grundvoraussetzung für ein
glückliches Zusammenleben.
Er ist immer ratsam mit einem Vierbeiner der gerade bei ihnen eingezogen ist die
Hundeschule zu besuchen, besser noch einen mobilen Hundetrainer zu engagieren,
der sich mit den Eigenheiten eines Auslandshundes auskennt. |