| Was tun mit dem Hund - 11 Sportarten im Überblick | |
| Vielseitigkeitsprüfung und Gebrauchshunde | |
Entstanden aus
der Arbeit mit Polizeihunden, gehört die Vielseitigkeitsprüfung für
Gebrauchshunde (VPG) in Deutschland zu den ältesten Hundesportarten.
Basiselemente sind Fährtenarbeit, Unterordnung und Schutzdienst, geprüft wird in
drei Leistungsstufen. Muss in der VPG 1 eine Eigenfährte mit mindestens 300
Schritt, zwei Winkeln und zwei zu verweisenden Gegenständen bewältigt werden, so
wachsen die Aufgaben bis zur VPG 3 auf eine 600-Schritt-Fremdfährte mit fünf
Schenkeln, vier Winkeln und drei Gegenständen. Zur Unterordnung gehören unter
anderem Ablegen unter Ablenkung, ,,Sitz“ und ,,Platz“ aus der Bewegung und
Apport über Hürde und Schrägwand, mit deutlicher Steigerung in den Aufgaben bis
hin zum ,,Steh“ aus der Bewegung. Die dritte Abteilung, der so genannte
Schutzdienst, stellt hohe Anforderungen an das Triebverhalten, die
Selbstsicherheit und Belastbarkeit (TSB) des Hundes. Zu den Einzelaufgaben zählt
hier unter anderem das Stellen und Verbellen eines Helfers in Schutzkleidung,
wobei der Hund jederzeit in der Hand des Führers stehen muss. |
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Fährtenarbeit
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Entstanden aus
der Ausbildung von Schutzhunden, bei der sie eine von drei Abteilungen stellt,
hat sich die Fährtenarbeit später zur eigenständigen Sparte entwickelt. Dabei
gab es ursprünglich nur eine Prüfung, heute sind es zwei mit verschiedenen
Schwierigkeitsgraden sowie die IPO-Fährtenhundprüfung (nach der Internationalen
PrüfungsOrdnung). Bei der Fährtenarbeit geht es darum, dass der Hund seine
natürlichen Anlagen, die gute Nase, nutzt, um eine von einem Fährtenleger
ausgetretene Spur präzise abzusuchen. Dazu muss man wissen, dass die
Riechfähigkeit des Hundes die des Menschen um ein Vielfaches übersteigt: Flach
ausgebreitet, wäre seine Riechschleimhaut 150 Quadratzentimeter groß - die des
Menschen gerade mal fünf Quadratzentimeter. Der Hund hat im Schnitt 220
Millionen Riechzellen, der Mensch fünf Millionen. Bestandteile der
Fährtenhundprüfungen sind unter anderem Winkel, die der Hund sauber ausarbeiten
soll, und das Verweisen von abgelegten Gegenständen. Die Stufe 1 verlangt eine
Fremdfährte von mindestens 1200 Schritt mit sieben Schenkeln und sechs Winkeln
bei einer Liegezeit von drei Stunden. Eine Steigerung in den Anforderungen
ergibt sich aus der Form der Winkel (90 Grad oder spitz) und der Länge der
Fährte (mindestens 1800 Schritt bei der Fährtenhundprüfung 2), aus Verleitungen,
die die ursprüngliche Fährte kreuzen, sowie aus Geländewechseln oder dem
Überqueren von Straßen. |
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| Turniersport | |
Gewissermaßen als
erste ,,Funsportart“ abseits der klassischen Vielseitigkeit entwickelte sich im
Zuge der Breitensportwelle in den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts
der Turnierhundsport. Zu Beginn waren auch hier Elemente des traditionellen
Hundesports wie Gehorsamsübungen oder das Bewachen von Gegenständen enthalten.
Die erste Prüfungsordnung beschreibt einen Sechskampf, heute besteht der
Turnierhundsport aus den Disziplinen Geländeläufe, Hindernislauf und Vierkampf,
der sich wiederum aus Gehorsam, Hindernis-, Slalom- und Hürdenlauf zusammen
setzt. Vor wenigen Jahren hinzu gekommen sind die Mannschafts- und
Einzelwettkämpfe im CSC (Combinations-Speed-Cup), QSC (Qualiflkations-Speed-Cup)
und Shorty. Diese drei Wettkämpfe sind jeweils in verschiedene Sektionen
unterteilt, wobei jedes Mannschaftsmitglied eine Sektion oder ein einzelner alle
Sektionen laufen kann. Gestartet wird getrennt nach Geschlechtern und
Altersklassen der Hundeführer und Größe der Kunde. Die Altersklassen sind
ähnlich strukturiert wie in der Leichtathletik. |
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| Agility | |
Agility, das ist
englisch und heißt nichts anderes als Gewandtheit. Diese Gewandtheit, dazu
Disziplin und gutes Zusammenspiel, Schnelligkeit und Präzision müssen Hund und
Hundeführer in dieser Sportart unter Beweis stellen. Im Agility geht es darum,
einen Parcours aus verschiedenen Hindernissen möglichst fehlerfrei und schnell
in der richtigen Reihenfolge zu überwinden. Der Hund rennt, springt und
balanciert, vom Menschen geleitet durch Zeichen und Zurufe. Der Aufbau ist einem
im Pferdesport üblichen Springparcours nicht ganz unähnlich. Zu den Geräten hier
gehören neben verschiedenen Hürden auch Laufsteg, A-Wand, Reifen- und
Weitsprung, Slalom, Wippe, Tisch sowie ein fester und ein Stofftunnel. Über den
Parcoursverlauf bestimmt der jeweilige Leistungsrichter. Seit Ende der 80er
Jahre hat das in England entwickelte Agility auch hier einen Siegeszug
angetreten. In den Jahren 1999 und 2002 war Deutschland, als Ausrichter der
Weltmeisterschaften, bereits zweimal Gastgeber für die AgilityWelt.
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| Dog-Dancing | |
Dog-Dancing wird
in einigen Ländern auch "Freestyle Obedience" genannt - was deutlich macht, dass
auch hier Gehorsam die Grundlage ist. Tatsächlich kommen viele Anhänger dieser
Sportart, die zeitgleich in Kanada, den USA und England entstanden ist, aus der
Obedience-Sparte. Das Dog-Dancing hat sich in den vergangenen Jahren zur
eigenständigen Sportart entwickelt, zur Zeit noch ohne bundesweit verbindliche
Regeln. Erste Wettkämpfe sind jedoch bereits ausgerichtet worden und bestehen
meist aus einer Pflicht und einer Kür. Unterschieden werden dabei die beiden
Sparten "Heelwork to music", bei der ausschließlich in der Position ,,bei Fuß“
und der ,,Hier“Stellung gearbeitet wird, und der dynamischere Freestyle, der
auch Übungen auf Distanz enthält. Bei der Choreographie für einen Tanz sind der
Phantasie kaum Grenzen gesetzt. Mögliche Übungen sind etwa der Sprung des Hundes
durch den Armkreis des Menschen, das Drehen um die eigene Achse und das
Balancieren auf den Hinterläufen.
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| Disc Dogging | |
Die jüngste
Sportart, die langsam auch in Deutschland Fuß fasst, ist das Disc Dogging (,,Dog
Frisbee"), das in den Disziplinen Mimi Distance, Long Distance und Freestyle
gespielt wird. Beim DVG werden derzeit die ersten Trainer ausgebildet. Das Spiel
mit Hund und Frisbee ist ohne großen Aufwand möglich: Man braucht lediglich eine
hundgerechte Frisbeescheibe und eine große Wiese. Beim Werfen kommen
verschiedene Techniken zum Einsatz, wie Frisbeefans es von diesem Spiel ohnehin
gewohnt sind. Aufgabe des Hundes ist es, die fliegende Scheibe in der Luft zu
fangen und zum Werfer zurückzubringen. Wer Spaß an Kunststücken hat, kann diese
Grundübung mit weiteren Aufgaben verfeinern, zum Beispiel indem der Hund dem
Frisbee im Flug über den Rücken des Werfers folgt. Wichtig bei der Jagd nach der
fliegenden Scheibe ist ein weicher, ebener Untergrund, um Verletzungen des
Hundes zu vermeiden. Aber selbst dann sehen manche Mediziner diese Sportart
wegen der ruckartigen Bewegungen beim Fangen, mit Skepsis. |
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| Flyball | |
Ein
Mannschaftsstaffellauf über Hürden, kombiniert mit dem Fangen und Bringen eines
Balles - so könnte man Flyball in Kürze beschreiben. Die Sportart wurde
wahrscheinlich in den siebziger Jahren an der Westküste der USA erfunden. Wenige
Jahre später entwickelte es sich in Kanada zu einem richtigen Wettbewerb, in
Deutschland ist es etwa ebenso lange immer wieder auf Schauvorführungen zusehen.
Derzeit entsteht ein neues, bundesweit verbindliches Regelwerk, und erste
internationale Wettkämpfe mit Teams aus Holland und Belgien sind geplant.
Flyball ist eine Mischung aus Ballspiel und Hürdenlauf. Die Hunde haben dabei
einen geraden Parcours mit vier Hindernissen zu überwinden, an dessen Ende eine
Ballmaschine steht, die so genannte Flyballbox. Durch Berühren mit der Pfote
müssen die vierbeinigen Hindernisläufer einen Mechanismus auslösen, der gibt
einen Ball frei, den der Hund fangen und auf dem Rückweg über die Hürdenstrecke
zurückbringen soll. Sobald er die Ziellinie überquert hat, darf das nächste
Mannschaftsmitgliedstarten. |
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| Obedience | |
Ein vergleichsweise
junger Sport mit dem Vierbeiner ist Obedience. Wie einige andere Hundesportarten
wurde auch diese in England entwickelt (das englische obedience bedeutet
Gehorsam) und vor rund zehn Jahren im Weltverband FCI eingeführt. In Deutschland
ist das Interesse bisher verhalten, bundesweit wurden in diesem Jahr in den
Vereinen des DHV gut 60 Prüfungen durchgeführt. Im Obedience geht es um das
harmonische Miteinander von Mensch und Tier. Entscheidend ist das freudige
Ausführen bestimmter Übungen durch den Hund, und zwar in vier Leistungsklassen
von Beginner bis zur Klasse 3. In Prüfungen arbeitet das Team dabei nicht
selbständig, sondern auf Anweisung eines so genannten Ringstewards. Beispiele
für Übungen aus dem Obedience sind das Apportieren, das Vorausschicken und
Dirigieren des Hundes zu verschiedenen Standorten, die Distanzkontrolle
(Einnahme verschiedener Positionen wie ,,Platz“ oder ,,Steh“ auf Zuruf des
Hundeführers) und die Unterscheidung gleichartiger Gegenstände anhand des
Geruchs.
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| Hunderennen | |
Windhundrennen
haben sich aus dem ursprünglich üblichen jagdlichen Einsatz von Windhunden
entwickelt, und zwar Ende des 19. Jahrhunderts in England. In Deutschland fand
dieser Sport schnell Nacheiferer; bereits 1895 plante man in Hamburg den Bau
eines großen Windhundstadions. Heute gibt es rund 50 Windhundrennvereine im
Land, Dachverband ist der Deutsche Windhundzucht- und Rennverband. Der Sport mit
Windhunden ist in zwei Disziplinen gegliedert: Die klassischen Rennen auf
stationären Rennbahnen über eine Distanz von zumeist 350 bis 360 Metern. Bei
diesen reinen Schnelligkeitswettbewerben laufen Rüden und Hündinnen nach
Geschlechtern getrennt oder als gemischtes Feld. Das Coursing - der
traditionsreiche Sport mit Windhunden ist im Mutterland der Windhundrennen aus
der Jagd auf lebende Hasen entstanden. Heute werden künstliche Objekte gejagt.
Dabei kommt es auf Schnelligkeit, Geschicklichkeit und Ausdauer an. Immer zwei
Hunde treten hier in einem Naturgelände gegeneinander an und werden nach Punkten
bewertet.
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| Schlittenhunde | |
Die Wurzeln des
Schlittenhundsports reichen weit in die Vergangenheit zurück, gehörte der
Einsatz von Hunden zur Fortbewegung doch zu den Überlebenstechniken der
Naturvölker des Nordens. Später wurden Schlittenhunde bei den historischen
Expeditionen in den Polargebieten und bei der Erschließung Alaskas eingesetzt.
Genau dort fingen Menschen dann Anfang des vergangenen Jahrhunderts auch an,
Wettbewerbe mit Schlittenhunden auszutragen. In Deutschland bildete der Deutsche
Club für Nordische Hunde die Keimzelle des Schlittenhundesports. Zu Beginn
wurden bei den Rennen ausschließlich reinrassige Schlittenhunde eingesetzt,
später kamen andere Rassen hinzu. Dies führte zu einer Trennung in eine
Reinrassige und eine offene Szene. Nach und nach entwickelten sich verschiedene
Wettbewerbskategorien von Pulka, einem wannenähnlichen kleinen Schlitten, bis zu
Gespannen mit beliebig vielen Hunden. Mittlerweile ist es sogar möglich, mit
einem Hund ohne Gerät an Wettkämpfen teilzunehmen: Skijöring heißt die jüngste
Disziplin, bei welcher der Musher genannte Schlittenhundeführer sich auf Skiern
mit einen Schlittenhund am Bauchgurt über den Trail (die Spur) bewegt.
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| Zughunde, Wasserhunde, Rettungshunde | |
Zughunde,
Wasserhunde, Rettungshunde noch einiges mehr an sportlichem Tun mit dem Hund ist
möglich. Der Arbeit mit Zughunden, meist große Rassen wie Berner Sennenhund oder
Leonberger, haben sich einige tausend Fans in Deutschland verschrieben. Bei der
Wasserarbeit, früher eine Sparte der Polizeihundausbildung, sind die Übergänge
zwischen spielerischer Freizeitbeschäftigung und ehrenamtlichem Engagement
fließend, wird hier doch vielfach auch für den Ernstfall, eine Wassersuche oder
Rettungsaktion, trainiert. Und auch in der Rettungshundarbeit gibt es enge
Berührung mit Sport und Freizeit, schon durch die regelmäßigen Wettkämpfe wie
etwa die Weltmeisterschaft der Rettungshunde. |
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