Die Hoffnung stirbt zuletzt
 

Claudia Pieper aus Willich ist seit Jahren engagierte Tierschützerin und nimmt kein Blatt vor den Mund wenn es darum geht über die Tierhaltung im Ausland aufzuklären.

 

 

Über die Grenzen gesehen

Das Tierheim “Málaga Pound” in Málaga, letzte Zuflucht für Straßenhunde, ist völlig überfüllt und der Bau eines neuen Asyls längst überfällig. Claudia Pieper sagt Ihnen, wieso Hilfe ganz dringend erforderlich ist.

 

Es ist nun fünf Jahre her, dass der neue Geschäftsführer der Gesellschaft zum Schutz der Tiere und Pflanzen von Málaga (Sociedad Protectora de Animales y Plantas de Málaga), Jose Carlos Cabra Ruiz, die Leitung des Tierheims in Málaga übernommen hat. Einiges hat sich inzwischen getan. So wurde ein Tierarzt engagiert, drei Mitarbeiter angestellt, die Beziehungen zu ausländischen Tierschutzvereinen ausgebaut und Vereinbarungen mit der Stadtverwaltung bezüglich der Aufnahme von Tieren getroffen.

 

Derzeitige Situation

Zurzeit werden ca. 750 Hunde betreut. Mühsam versuchen der Leiter und seine Helfer, das Gelände “hunde- und katzenwürdig” zu halten.

Es gibt keine Zwinger, die Hunde leben in großen Rudeln zu ca. 40 bis 50 Tieren. Sie sind nur grob nach Größe und Geschlecht getrennt, so dass es natürlich ständig zu Beißereien untereinander kommt, die manchmal auch tödlich enden. Gerade die kleinen und schwächeren Hunde haben kaum eine Chance beim Kampf ums Futter.

Es gibt nur provisorische Unterkünfte, die notdürftig aus Wellblech, Holz oder Kartons zusammengebaut sind.

Im Sommer gehen die Hunde vor Hitze ein. Im Winter verwandelt sich das gesamte Gelände bei Dauerregen in eine mit Kot und Urin vermischte Sumpflandschaft, in der die Hunde bis zum Bauch versinken.

Da direkt nebenan ein Zigeunergetto liegt, wird alles Brauchbare von den Zigeunern vom Gelände gestohlen, auch die Tiere, um sie bei Hundekämpfen einzusetzen, und danach halbtot wieder über die Mauer zurückzuwerfen...

 

Die Tötungsstation

Alle Tiere, die das Tierheim wegen Platzmangel nicht aufnehmen kann, landen in der Tötungsstation Perrera Parque Zoosanitario Municipal, in Málaga. Nach 10 Tagen Wartezeit (so schreibt es das Gesetz vor) ohne jegliche ärztliche Hilfe, trotzdem viele der Tiere schwere Verletzungen haben, werden sie getötet, egal, ob es niedliche Mischlingswelpen oder junge Rassehunde sind. Schätzungsweise 10 000 Hunde und Katzen gehen jährlich diesen Weg. Der Vergasungsprozeß der Tiere bei vollem Bewusstsein dauert ca. 20 Minuten. Manchmal gibt es sogar Überlebende.

 

Ein Hoffnungsschimmer

Jetzt gibt es Hoffnung. Die Stadt Málaga stellte eine Fläche von 8 000 m2 zum Bau eines neuen Tierheimes zur Verfügung. Leider erlaubt es aber die derzeitige finanzielle Lage nicht, die Baumaßnahmen weiterzuführen. Die jährliche finanzielle Unterstützung durch die Stadtverwaltung reicht bei weitem nicht aus, und Spenden gibt es kaum. Um mit dem Bau des neuen Tierheims “El Limonero” endlich beginnen zu können, aber auch um Futter, Medikamente, Decken und viele andere Dinge anschaffen zu können, ist finanzielle Hilfe fürs Überleben dringend erforderlich.

 

copyright Text by Der Hund und Mein Hund, Bilder by spanische-waisenhunde.de